Wesenstest für Hunde

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Hunde, die bestimmten Rassen angehören z.B. American Staffordshire Terrier  müssen in Hamburg einen Wesenstest absolvieren. Auch durch ihr Verhalten auffällig gewordene Hunde können einen Wesenstest auferlegt bekommen. Der Test soll Aufschluss über das adäquate bzw. evtl. unangemessene Verhalten des Hundes in unterschiedlichen Situationen geben.

Eine Vorbereitung auf diesen Test im Vorfeld ist sinnvoll und wird auch bei uns in Form einer Einzelstunde angeboten, um die unterschiedlichen Prüfungssituationen einmal durchlaufen zu können.

Folgende Punkte werden beim Wesenstest u.a. abgeprüft und bewertet:

  1. Der Hundehalter versucht, mit dem Hund zu spielen, macht optische Spielaufforderungen.
  2. Eine Person nähert sich dem Hund von vorn und starrt ihn an.
  3. Der Hund wird an einem Pfosten angebunden und eine Person läuft in ca. 50 cm Abstand vorbei.
  4. Eine Person in schwarzem Mantel und mit Hut geht vorbei; der Mantel berührt den Hund.
  5. Eine andere Person (mit Krückstock/ Gehhilfe) humpelt an Hund und Hundehalter vorbei.
  6. Eine Person kniet vor dem Hund und streckt die Hand aus, mit Ansprache.
  7. Eine Person liegt am Boden (oder hockt sich hin) und steht abrupt auf, als Halter und Hund den Testgang machen.
  8. Eine Person stolpert beim Passieren des Hundes in ca. 1m Entfernung.
  9. Ein Jogger läuft in beiden Richtungen vorbei, läuft dabei einmal plötzlich (ohne Ankündigung) vor dem Hund weg.
  10. Eine Person mit Stock tastet sich über den Weg.
  11. Ein „Betrunkener“ torkelt vorbei.
  12. Eine Person spricht den Hund an.
  13. Eine Person schreit den Hund wütend an.
  14. Eine Person weint (wie Kind).
  15. Der Hundehalter spricht freundlich mit dem Hund und streichelt ihn, während eine Person diesen beim Passieren anschreit. Dazu klatscht die Person laut in die Hände.
  16. Der Hundehalter legt die Hand auf den Hals/ Rücken des Hundes, umfasst den Fang (zusammen mit freundlichem Ansprechen des Hundes).
  17. Eine Person streift den Hundekörper beim Passieren.
  18. Eine Person macht Spielbewegungen vor dem Hund.
  19. Vier Personen kommen auf den Hund zu (nicht zielgerichtet) und bleiben mit Körperberührung neben ihm stehen (Fahrstuhlsituation).
  20. Eine fremde Person versucht, dem Hund über den Rücken zu streichen (mit Ansprache).
  21. Eine Gruppe bleibt neben dem Hund stehen und unterhält sich, der Hund wird dabei ab und zu leicht berührt (wenn möglich).
  22. Ein bellender Hund stehen vor dem Hundehalter und dem Hund (Abstand ca. 2m).
  23. Zwei Hunde unterschiedlichen Geschlechts mit unterschiedlicher äußerer Erscheinung, die der Testhund nicht kennt, passieren den Prüfling.
  24. Unmittelbar danach: der Halter stolpert und berührt dabei den Hund.
  25. Konfrontation mit einem gleichgeschlechtlichen Hund hinter einem Zaun.
  26. Der zu prüfende Hund wird – vom Halter isoliert (Sichtschutz) – ca. 2m vor dem Zaun angebunden und mit einem gleichgeschlechtlichen Hund konfrontiert.
  27. Mehrere Personen bleiben dicht neben dem Hund stehen, während ein lärmendes Gerät vorübergeschoben wird.
  28. Halter und Hund passieren (sehr eng) einige bunte Luftballons.
  29. Ein Regenschirm wird unmittelbar vor dem Hund aufgespannt. (Nicht als bedrohende Bewegung sondern eher so, wie es auf der Straße geschehen kann)
  30. Ein Ball rollt auf den Hund zu
  31. Ein Kinderwagen mit Babygeräuschen wird vorbei geschoben.
  32. Ein Fahrrad fährt am Hund vorbei, dabei ertönt die Fahrradklingel.
  33. Eine Testperson geht auf den Hund zu, bedroht ihn, schreit ihn an.
  34. Eine Person bedroht den Hund mit einem Stock.
  35. Eine Person geht mit einem brennenden Feuerzeug auf den Hund zu.
  36. Ein Schrubber macht Geräusche auf dem Boden.

gem. § 1 Abs. 2 der Verordnung über den Wesenstest nach dem Gefahrhundegesetz, aus dem Katalog der Beurteilungssituationen zur Durchführung des Wesenstests nach § 11 Abs. 1 des Gefahrhundegesetzes und § 1 der Verordnung über den Wesenstest nach dem Gefahrhundegesetz, modifiziert nach Netto W. J. und Planta, D. J. U. (1997), Wilson E. und Sundgren E. (1997)