Regeln, Prinzipien und Besonderheiten in unserer Hundeschule

Beim Training in der Hundeschule legen wir auf einige Dinge besonderen Wert.
Im ersten Moment mag es für Sie vielleicht etwas ungewöhnlich erscheinen, wenn wir Sie bitten:

– keine Ausrollleinen zu benutzen

– kein Kontakt der Hunde zuzulassen, solange sie angeleint und mit Ihnen über die Leine verbunden sind

– keine anderen Hunde zu streicheln und zu füttern

Im Folgenden möchten wir Ihnen kurz erklären weshalb.

Ausrollleinen:
Bei einer Ausrollleine hat der Hund kaum die Möglichkeit ein leinenführiges Verhalten zu zeigen – sprich an Ihnen orientiert laufen zu lernen. Durch die Ausrollleine wird eher ein „weg vom Menschen“ gefördert. Dies ist nicht wirklich dienlich, wenn Sie an einem Bindungsaufbau zwischen sich und Ihrem Hund arbeiten.
Ein weiterer Nachteil der Ausrollleinen ist, dass ein Hund ständig mit einem plötzlichen und für ihn unvorhersehbaren, kräftigen Leinenruck rechnen muss. Dies kann ebenfalls schnell zur Frustration führen und zeigt sich häufig bei Hunden in einem sogenannten leineaggressiven Verhalten (Anbellen von Menschen und Artgenossen an der Leine).

Kein Kontakt an der Leine:
Sobald ein Hund angeleint und über die Leine mit Ihnen verbunden ist, besteht für den Hund ein Vertrauensverhältnis in Sie, dass Sie ihn vor möglichen Gefahren schützen.
Wird ihr angeleinter Hund beispielsweise von einem anderen Hund angegriffen, entsteht für Ihren Hund ein Vertrauensverlust in Sie, da Sie ihn nicht beschützten konnten.
Ist dieses Vertrauensverhältnis einmal gestört, wird ihr Hund in jeder ähnlichen Situation Ihre Autorität in Frage stellen und Ihnen nicht mehr vertrauen. Er wird sich beispielsweise hinter Ihnen verstecken oder evtl. eine sogenannte Leinenaggression Artgenossen gegenüber entwickeln.

Streicheln & Füttern:
Einen fremden Hund zu streicheln bzw. zu füttern ist nicht immer falsch, kann aber diesen Hund u.a. im Rang aufwerten. Bei Freiläufen auf dem Hundeplatz stellen Sie diesen Hund damit heraus und geben ihm eine (Rang)höhere Position als den anderen Hunden. Dies kann dann zu Auseinandersetzungen unter den Hunden führen. Sie werden diese Konflikte zumeist bei ihrem eigenen Hund beobachten können, der eine Auseinandersetzung mit dem Gefütterten/ Gestreichelten um die Aufmerksamkeit „seines“ Menschen eingeht.

Außerdem fördern Sie mit dem Fremdstreicheln und Fremdfüttern, dass Hunde zu „Schnorrern“ werden. Dies ist in Großstädten wie Hamburg eher unschön, denn hier leben auch viele Menschen mit Hundeangst und Sie möchten evtl. nicht unbedingt, dass Ihr Hund zu jedem hingeht und um Aufmerksamkeit und Futter bettelt.

Des Weiteren gibt es leider auch die Hundehasser in der Stadt, die Hunde mit Giftködern oder mit Rasierklingen-gespickten-Ködern locken. Sollten Sie jemals auf so eine Person stoßen, werden Sie froh sein, wenn ihr Hund gelernt hat erst auf ein Freigabesignal von Ihnen Futter von einem fremden Menschen zu nehmen.